Kindergarten oder Tagesmutter

Kindergarten oder Tagesmutter – wie finde ich den richtigen „(Spiel)Platz“ für mein Kind

Ist das Baby erst einmal da, genießt man die Zeit als Eltern in vollen Zügen und denkt noch lange nicht daran, sein Kind irgendwann in den Kindergarten oder zur Tagesmutter zu geben. Dabei ist es heutzutage besonders wichtig, sich rechtzeitig Gedanken über eine geeignete Einrichtung zu machen, denn die meisten Plätze sind oft schon 1-2 Jahre im Voraus reserviert.

Bobbycars

© Rainer Sturm / PIXELIO

Auch wenn es vielleicht etwas suspekt klingt.

Bereits in der Schwangerschaft solltest Du die Zeit intensiv nutzen, …

… um Dir schon vorab verschiedene Einrichtungen anzuschauen und Dich umfassend zu den Kindertagesstätten in Deinem näheren Umfeld zu informieren – das spart dann, wenn Dein Nachwuchs da ist, viel Zeit und Nerven. Denn nicht nur die räumliche Nähe und gute Erreichbarkeit sind bei der Wahl der richtigen Einrichtung entscheidend. Gerade wenn der Berufseinstieg schon genau terminiert ist und Deine Arbeitszeit nur begrenzt oder gar nicht flexibel gestaltet werden kann, ist ein sicherer Platz im Kindergarten oder bei einer Tagesmutter umso wichtiger. Besonders Kinderkrippen, z.B. für Babys ab dem 1. Jahr, sind dabei sehr gefragt und ein Platz dementsprechend rar.

Neben den Öffnungszeiten des Kindergartens…

… spielen jedoch noch viele andere Kriterien eine Rolle, die Du im Vorfeld berücksichtigen solltest:

  • Mit welche pädagogischen Zielen und Methoden arbeitet die Einrichtung und entsprechen diese auch Deinen persönlichen Vorstellungen von der Erziehung?
  • Wie ist die Einrichtung gestaltet? Gibt es ausreichend Platz zum Spielen, Basteln, Lesen und Toben und einen Ruheraum, in dem die Kinder mittags oder auch zwischendurch schlafen können?
  • Bietet die Einrichtung vielseitiges Spielzeug für drinnen und draußen, dass die Kreativität der Kinder und ihren Bewegungsdrang fördert? Gibt es auch im Freien einen großen Spielplatz mit Sandkasten, Spielgeräten und Rutsche?
  • Ist das Haus (kinder)freundlich gestaltet, die Atmosphäre einladend, fühlst Du Dich selbst willkommen? Findest Du schnell Kontakt zu anderen Eltern und Kindern?
  • Wie ist Dein persönlicher Eindruck von der Erziehern oder der Tagesmutter? Wie ist der Umgangston im Alltag und in der Gruppenarbeit mit den Kindern? Hast Du Vertrauen gegenüber Erziehern und Betreuern?
  • Hat die Einrichtung auch Kontakte zu anderen sozialen Trägern, z.B. Sportvereinen, Musik- und Tanzschulen? Bietet der Kindergarten oder die Tageseinrichtung auch selbst verschiedene Kurse und Workshops z.B. Malen, Englisch oder Sport & Spiel an? Werden über die reguläre Zeit in der Einrichtung hinaus auch Feste und Veranstaltungen organisiert, z.B. ein Lampionumzug, ein Kuchenbasar im Sommer oder ein Weihnachtsnachmittag mit einem Märchenerzähler?
  • Wie wird der Tag im Kindergarten gestaltet? Gehen die Kinder oft nach draußen und unternehmen verschiedene Ausflüge, z.B. zum Schwimmen, in die Bibliothek oder in den Zoo? Werden die Kinder ins Tagesgeschehen einbezogen, decken den Tisch oder helfen beim Aufräumen? Gibt es regelmäßige Ess-, Ruhe- und Schlafzeiten?
  • Werden die Kinder kreativ und motorisch gefördert, beim Malen, Basteln oder beim gemeinsamen Singen und Tanzen? Wird die Entwicklung der Kinder beobachtet und werden Eltern über Erziehungsziele und Förderangebote der Einrichtung informiert?

Eine gute Empfehlung

spielende Kinder

© knispeline / PIXELIO

Schlussendlich entscheidet dann Dein persönlicher Gesamteindruck und natürlich die Frage: „Könnte sich mein Kind hier wohlfühlen“? Oft können Dir bei der Suche nach der Einrichtung auch Erfahrungsberichte von anderen Eltern helfen. Frage doch einfach mal Deine Frauenärztin, Hebamme oder Bekannte und Freunde, welche Tagesstätte sie besonders empfehlen können. So kannst Du Dir neben Deinem persönlichen Eindruck beim Besuch der Einrichtung auch noch einige Tipps und Informationen aus Deinem Familien- und Freundeskreis einholen, um ganz sicher zu sein.

Hast Du den richtigen „Platz“ gefunden, versuche vorab bereits einen „Vorvertrag“ mit der Einrichtung oder Tagesmutter zu schließen, um den KITA-Platz verbindlich zu reservieren. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Du auf der Warteliste vielleicht doch nicht mehr „drankommst“ und der Platz anderweitig vergeben wird. Zur Sicherheit kannst Du Dich noch bei einer anderen Einrichtung bewerben, bei der Du dann aber rechtzeitig absagen solltest, wenn Du den Platz sicher hast.

Ab heute bin ich Kindergartenkind

Auch wenn er am Anfang noch so weit entfernt war, nun ist er da, der große Tag, der erste Tag. Und nicht nur Du als Mama und Papa bist an diesem besonderen Tag aufgeregt und ein bisschen unsicher. Denn auch für Dein Kind beginnt jetzt ein völlig neuer, spannender Lebensabschnitt, in dem es viele neue Herausforderungen meistern muss.

Ich persönlich habe diesen Tag nicht ganz so gefürchtet, da wir durch unsere „Krabbelgruppe“ schon viele andere Kinder, Mamas und Papas kennengelernt und so schon „geübt“ hatten – die anfängliche Berührungsangst hielt sich also in Grenzen. Dennoch hat jedes Kind seinen eigenen Tagesablauf, seine ganz persönlichen Bedürfnisse und muss sich, genau wie die Eltern, erst einmal an die neue Rolle im Leben gewöhnen. Das braucht Zeit und vor allem Geduld. Die sogenannte “Eingewöhnung” ist deshalb für beide Seiten eine Kennenlernphase, um schrittweise einen neuen Kindergarten- und Familienalltag zu schaffen. Vertrauen ist dabei die wichtigste Grundlage, um neue Beziehungen zu anderen Kindern und Erwachsenen aufbauen zu können. Denn konnte Dein Kind bereits frühzeitig eine vertrauensvolle Bindung zu Oma und Opa, Tante und Onkel oder Freunden aufbauen, wird es ihm auch im Kindergarten leichter fallen, sich einfacher von Mama und Papa zu lösen.

In der Eingewöhnungsphase …

Mädchen auf der Rutsche

© knispeline / PIXELIO

… kommst Du am Anfang gemeinsam mit Deinem Kind in die Einrichtung, möglichst immer zur gleichen Tageszeit, damit ihr von Anfang an einen einheitlichen Rhythmus findet. In den ersten 3 Tagen beginnt man meist mit zunächst einer Stunde, die ihr gemeinsam in der Gruppe verbringt und bei der Du eher im Hintergrund bleibst. Dein Kind soll so ganz selbst entscheiden, wie schnell es sich an die neue Umgebung gewöhnen und auf andere Kinder zugehen kann. In dieser Zeit bist Du noch jederzeit für Dein Kind da, wenn es Deine Nähe sucht oder Hilfe braucht. Ab dem 4. Tag ziehst Du Dich dann immer mehr zurück und die Erzieher übernehmen z.B. das Füttern oder Windeln Deines Sprösslings. Nur dann, wenn Dein Kind die Hilfe oder Versorgung durch die Erzieher vollständig ablehnt, beginnt zu weinen oder zu schreien, ist Deine Unterstützung wieder gefragt. Reagiert Dein Kind jedoch gelassen oder lässt sich auch von den Erziehern trösten, können die Trennungszeiten ab dem 5. Tag weiter ausgedehnt werden. Ist Dein Kind noch sehr auf Dich fixiert und braucht noch etwas mehr Zeit, um sich an die neue Situation zu gewöhnen, kann am 7. oder den darauf folgenden Tagen ein neuer Versuch unternommen werden. In der sogenannten “Schlussphase” bist Du nicht mehr im Kindergarten, dennoch aber jederzeit erreichbar, um in schwierigen Situationen unterstützend einzugreifen. Erst wenn Du und auch die Erzieher spüren, dass Dein Kind seine neuen Bezugspersonen als sichere Basis akzeptiert, Vertrauen aufgebaut hat und sich auch in Krisenfällen von ihnen trösten lässt, ist die Eingewöhnung abgeschlossen.

Bestes Anzeichen, dass Dein Kind wirklich gern in den Kindergarten geht…

… und sich jeden Tag darauf freut, ist, wenn Du besonders beim morgendlichen Gehen spürst, dass es sich sicher und behütet fühlt und Dich schon nach zwei Minuten im Spiel mit dem besten Freund ganz nebenbei „vergessen“ hat.

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